Frankreich – Unsere Top 7

Frankreich – Unsere Top 7

Wir waren in den letzten 15 Jahren unzählige Male mit unserem VW-Bus, dem Auto und der Bahn in Frankreich. Wir lieben die Sprache (die wir auch studiert haben), das Land (drei Meere!) und die teilweise sonderbaren Franzosen. Leider ist Frankreich kein Vegetarierland, aber darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Geographisch hat Frankreich nämlich alles zu bieten: Breite Sandstrände so weit das Auge reicht, verträumte Buchten, abgeschiedene Dörfchen, kleine Inseln, romantisch-mittelalterliche Landschaften, traumhafte Flussläufe, verschneite Berge und riesige Großstädte. Würden wir wieder nach Frankreich reisen – Eh, bien sûr!
Parken am Seitenstreifen machen alle

Die Düne von Pila in der Nähe von Pyla und Arcachon (Region Aquitanien) ist eine riesige Wanderdüne an der Atlantikküste Frankreichs. Mit einer Höhe von ca. 100 Metern und einer Länge von fast frei Kilometern ist sie ist die größte Europas.

Nachdem du auf der Bundesstraße kostenlos aber nicht ganz legal geparkt hast, läufst du den Menschenmassen nach, die man in den Sommermonaten dort immer antrifft, durchquerst den Bezahl-Parkplatz wo man auch parken kann und passierst einige Büdchen à la Kirmes mit Tand und Nepp zur berühmten Düne: Tischuntersetzer, Tassen oder Tarotkarten mit ihrem Konterfei. Für die Kleinen gibt es quitschbuntes Sandbuddelwerkzeug. Dann wird es sportlicher und die Masse zieht sich auseinander: Wie beim Goldrausch steigen nun alle hintereinander auf einer Plastiktreppe die Düne hinauf. Versuch nicht neben der Treppe zu laufen, die 100 Meter Aufstieg im Sand wirst du nicht schaffen!

Auf der Dune de Pilat

Oben angekommen wirst du mit einem unglaublichen Ausblick über das Meer auf der einen Seite und die Pinienwälder der Atlantikküste landeinwärts belohnt. Einfach unbeschreiblich schön!

Überall liegen und laufen Leute rum, chillen in der Sonne, machen Fotos und spazieren die Düne entlang. Viele bleiben stundenlang dort oben oder steigen zum Meer hinab. Es gibt auch einige, die mit Snowboards auf die Düne gekraxelt sind und sie zum Sand-Surfen benutzen! Sieht cool aus… aber der Aufstieg! 🙂 Auf jeden Fall müsst ihr, wenn es für euch wieder zurück geht, die Düne herunter rennen. Das ist ein unvergessliches Erlebnis!

2. Île de Noirmoutier

Über die Brücke gehts rüber auf die Île de Noirmoutier

Diese Insel an der nödlicheren Atlanktikküste (Region Pays de la Loire) gehört zu unseren absoluten Topfavoriten! Über eine große, lange Brücke geht es vom Festland rüber und mit jedem Kilometer lässt du den Trubel der französischen Festlandküste hinter dir. Auf Noirmoutier ist die Zeit ein bisschen stehengeblieben. Alles ist kleiner, niedlicher und ruhiger. Es gibt dort viel flaches Land, viele Fahrradwege, viele Salinen (in denen noch heute Salz gewonnen wird) und viele wunderschöne Strände! Wir lieben außerdem das Klima, das was von Nordsee hat – nur bei beständigen 25°C.

Windmühlen wir im Bilderbuch

Lass dich verzaubern von mittelalterlichen Windmühlen, rauen Dünen, weitem, flachen Land und der Herzlichkeit der Bewohner.
Das Salz von Noirmoutier ist in ganz Frankreich berühmt. Hier hast du die einzigartige Möglichkeit bei der immer noch traditionellen Art der Salzgewinnung zu zugucken und dich mit dem besten Fleur de Sel Frankreichs einzudecken. Die Franzosen schwören darauf, dass es einmalig schmeckt – und das tut es tatsächlich!

3. Les Landes et ses surfers

Wellen und Strand so weit das Auge reicht

„Les Landes“ ist ein Departement ganz im Südwesten Frankreichs fast an der Grenze zu Spanien und den Pyrenäen innerhalb der Region Nouvelle-Aquitaine. Vom Einschnitt der Gironde aus bis runter nach Bayonne findest du hier eine unglaublich gerade und viele, viele Kilometer lange Küste mit manchmal extrem breitem Sandstrand. Einsame Buchten suchst du hier allerdings vergebens. Hier ist alles groß und weit.
Manchmal muss man den Weg vor ans Wasser rennen, weil der Sand einem so heiß unter den Sohlen brennt und man um die 200 Meter zurückzulegen hat! Aber das Meer ist einfach umwerfend – im wahrsten Sinne des Wortes! In die (teilweise gar nicht so kleinen) Wellen zu springen macht unglaublich Spaß! Unter ihnen durch zutauchen oder sich von ihnen einen Meter höher heben zu lassen – unvergleichlich.

In Capbreton ist der Strand nicht ganz so breit – aber weit

Und genau deshalb tummeln sich im Sommer an dieser Küste die bekanntesten Surfer Europas, wenn nicht der Welt. Regelmäßig finden hier Rip Curl und Billabong – Surf Contests statt. Aber wir lieben „les Landes“ nicht nur wegen der Surferszene, sondern auch wegen seinem guten Geruch der Pinienwälder (die hier vor 200 Jahren auf Geheiß von König XY gepflanzt worden sind). Und zum Essengehen und Shoppen gibt es hier auch genügend Möglichkeiten: Guck dir Biscarosse, Lacanau, Hossegor, Capbreton und Moliets-et-Maa an!

Vor Bidart
4. La Camarque

Die berühmte Camargue (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur) südlich von Arles ist ein riesiges flaches Schwemmlandgebiet, das einer großen Anzahl von Tieren Heimat bietet. Alles ist flach und weit, überall durchzogen von Gewässern – größeren Seen, kleinen Teichen, Flussläufen, erfrischenden Bächen und Schwemmland eben. Die bekanntesten Tiere sind die rosa Flamingos, die besonders vor dem abendlichen Sonnenuntergang, der sich im Wasser spiegelt, ein tolles Fotomotiv abgeben. Aber es gibt auch die berühmten Camarque Pferde, die einst wild durch die fruchtbare Ebene gestreift sind, nun allerdings nur noch auf Ponyhöfen und Reitgestüten (für Touristen) anzutreffen sind.
Wir lieben vor allem das Dörfchen Saintes-Maries-de-la-mer ganz vorne am Meer. Jeder Reiseführer wird dir etwas über die große Sinti und Roma-Prozession erzählen, die sich hier jedes Jahr vom Land ins Meer zieht, aber wir lieben einfach den typisch französischen Rummel (im wahrsten Sinne des Wortes), der sich an der Küste des Örtchens entlangzieht.
Im Norden werden die Dünen und der Strand allerdings wunderbar wild und leer und im Süden findet sich nach ein paar hundert Metern Trampelpfad eine Beachbar (Bambou Palm Beach) wie sie im Buche steht! Vor allem abends kann man hier – abseits des Trubels – auf der Terrasse mit grandiosem Meerblick die Seele baumeln lassen. Dazu einen Pastis… ah, c’est la vraie vie!

5. Grenoble

Ach Grenoble, unsere geliebte Stadt. Hier haben wir im Studium eineinhalb Jahre gewohnt und gearbeitet. Wundervoll gelegen in der Nähe der Alpen und dem Meer, wird diese kleine Stadt (ca. 200 000 Einwohner) völlig unterschätzt. Eigentlich hat sie nämlich alles zu bieten, was man sich von einer Stadt so erhofft: eine schnuckelige Altstadt, eine Lage am Fluss, kleine und große innerstädtische Parks, ältere und modernere Wohnviertel, ein studentisches Flair und einen großen Campus, mehrere Märkte, ein unverkennbares Wahrzeichen, viel Kultur und Shoppingmöglichkeiten und zu guter Letzt: Nette Menschen, die nicht nach Lyon, Marseille oder Paris ziehen wollen, sondern die stolz sind auf ihre Stadt ohne Alluren.
Wenn du Grenoble besuchst, solltest du auf jeden Fall auf die Bastille hochfahren. Mit den Boules, einer Seilbahn mit drei „Kugeln“, dem Wahrzeichen Grenobles, geht es in 5 Minuten hoch auf ca. 270 Meter und egal ob Tag oder Nacht: die Aussicht ist umwerfend! Hier gibt es auch oft Konzerte, Ausstellungen oder Lesungen. Die Atmosphäre dort oben ist sehr entspannt – viele Grenoblois kommen auch einfach zum Picknicken hoch. Runter kannst du dann auf den Serpentinen laufen, die dich auch ohne Ortskenntnisse wieder ans Ufer der Isère und ins Stadtzentrum zurückführen.

6. La Loire, le château d’Amboise et Leonardo

Wir geben es zu: Die berühmten Schlösser der Loire wollten wir lange Zeit nicht besuchen. Wir sind eben eher Meermenschen und wollten unseren kostbaren Urlaub nicht im Landesinneren verbringen. Erst nach Jahren haben wir auf dem Rückweg nach Deutschland einen Schlenker an die Loire gemacht… und wurden nicht enttäuscht!
Vom Atlantik kommend fuhren wir mit unserem VW-Bus irgendwann nur noch auf einer Landstraße, die immer schmaler und romantischer wurde. Rechts von uns war die Loire, die im Sonnenlicht glänzte und um uns herum war saftiges Grün und Natur pur. Dann tauchten immer wieder kleine und größere Anwesen auf und es war wie im Märchen. Wäre uns ein Ritter in voller Montur entgegen geritten, wir hätten ihn ohne erstaunt zu sein, begrüßt.
In Amboise entschieden wir uns anzuhalten und das Schloss sowie das dazugehörige Dörfchen zu besuchen. Okay, hier war der Massentourismus leider doch schon angekommen und das Mittelalter hatte sich stark zurückgezogen. Trotzdem war die sommerliche Atmosphäre in den Gässchen der kleinen Altstadt und auf der Promenade vorne an der Loire unvergleichlich. Der Preis für einmal Schloss gucken war uns zu hoch, also spazierten wir einmal rundherum und fanden uns plötzlich vor einem unscheinbaren Haus wieder, das mit einem „Leonardo da Vinci-Garten“ prahlte. Anscheinend gab es hier ein Museum und einen Park mit Erfindungen des berühmten Genies zu bewundern, da dieser hier gelebt hatte und gestorben war! Dafür zahlten wir doch gerne und auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Das unscheinbare Haus entpuppte sich als schnuckeliges Schloss Clos Luce, das mit einem 500 Meter langen Tunnel mit dem Schloss Amboise verbunden ist, das kleine Museum war familiär geführt und sehr anschaulich, aber am Beeindruckensten war der große Park mit den lebensgroßen Nachbildungen von über 20 Erfindungen da Vincis, die sich teilweise auch bedienen ließen. Mit seinem Kräutergarten und den gepflegten Rasenflächen und uralten Bäumen strahlte der Park eine ganz besondere Atmosphäre aus und wir werden sicher nochmal wiederkommen und die die angenehme Kühle des schattigen Parks genießen.

7. La Côte d’Azur

Ja na gut, die Côte d’Azur ist zwar seit Jahrzehnten komplett überhypt, aber es ist einfach auch ein wirklich schöner Landstrich. Zunächst einmal Vorsicht, denn die französische Mittelmeerküste ist nicht synonym mit der azurblauen Küste: Nur die Region von Menton ganz im Osten Frankreichs bis nach Cassis (also ungefähr Marseille) darf den berühmten Namen tragen!
Wir haben hier unglaublich vielfältige Urlaube verbracht: In Nizza mit Freunden Biereis und Rosmarineis auf dem Marktplatz getestet, zwischen Cannes und St-Rapahael immer wieder auf der wunderschönen Küstenstraße Halt gemacht und das Blau des Meeres bewundert, in Fréjus Bekanntschaft mit wilden (süßen!) Wildschweinen gemacht, in Saint Tropez auf dem Markt „Farbe des Polopferdchens-Erraten“ gespielt, in Cavalaire unserer Jugend nachgetrauert, auf der Halbinsel Giens die Einsamkeit genossen und den Windsurfern bei spektakulären Flügen zugeschaut, in la Ciotat riesige Jachten bestaunt und in Cassis erst beim zweiten Anlauf Jahre später einen Parkplatz gefunden und das weiße Städtchen bewundert. Und natürlich waren wir überall im Wasser, haben große und kleine Stände, weite und enge Buchten, hohe und flache Meereszugänge erforscht. Haben von Klippen auf das Meer geguckt und am Strand das Verhalten der Franzosen im Urlaub untersucht. Und trotz unseres noch nicht so weit fortgeschrittenen Alters können wir schon sagen: Früher war da weniger los. Vor 10 Jahren konnte man mit dem VW-Bus noch gut wild stehen, heute gibt es fast nur noch Bezahlparkplätze und insgesamt ist alles noch voller. Deshalb unser Tipp: Auf keinen Fall im August an die Côte d’Azur, da sind ALLE Franzosen unten. Aber ab dem 1. September fahren sie wieder hoch (im Zweifelsfall nach Paris), denn die Schule und der Alltag beginnen wieder ihr jährliches Rad.

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